Energie-Atlas  –  Fragen und Antworten


Fragen und Antworten zu Energiethemen

Dieser Beitrag darf – mit Quellenangabe – gerne zitiert werden.

August 2006
Frage:
Man kann gelegentlich lesen, Pumpspeicher-Kraftwerke seien "Energievernichter". Was hat es damit auf sich?

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Antwort:
Ein Speicherkraftwerk besteht aus einem Stausee, dessen Wasser in tiefer liegenden Turbinen zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird. Dabei muss man zwei Betriebsarten unterscheiden (die auch kombinierbar sind):

1.) Reiner Kraftwerksbetrieb ohne Pumpmöglichkeit.
Dabei wird der Stausee von oben her mit Wasser gefüllt, sei es über natürliche Zuflüsse oder durch Stollen. Es wird keine Pumpenergie benötigt; die in den Kraftwerksturbinen erzeugte Energie steht netto zur Verfügung.

2.) Reiner Pumpspeicherbetrieb ohne zusätzliche Zuflüsse.
Aufgabe einer solchen Anlage ist es nicht, Elektrizität zu produzieren, sondern sie zu speichern. Die zum Pumpen aufgewendete Energie kann später in den Kraftwerksturbinen wieder in Elektrizität zurück verwandelt werden.

Wie bei jeder Energiespeicherung gibt es Verluste; die Netto-Energiebilanz ist beim reinen Pumpspeicherbetrieb also negativ. Der Wirkungsgrad (d.h. das Verhältnis von zurückgewonnener Elektrizität zur aufgewendeten Pumpenergie) ist aber sehr hoch (ca. 75% bis 80%).

Speicherung elektrischer Energie ist trotz der unvermeidbaren Verluste eine technische Notwendigkeit, weil:
a) die Unterschiede zwischen Elektrizitätsproduktion und Elektrizitätsnachfrage in jedem Moment ausgeglichen werden müssen;
b) viele Kraftwerktypen (wie Kern−, Wind−, Fotovoltaik− und geothermische Kraftwerke) nur dann effizient arbeiten, wenn ihre Produktion jederzeit vom Netz aufgenommen werden kann.